Men with keys and lockWer in einem Mietshaus mit Schließanlage wohnt, sollte auf seinen Haustürschlüssel besonders gut acht geben. Ausschlaggebend ist, dass alle Bewohner ihren Schlüssel für die Wohnungstür auch verwenden, um die Haustür aufzuschließen. Geht der Schlüssel dann verloren, kann es sein, dass der Mieter den Austausch der teuren Anlage bezahlen muss, um den Zugang durch Unbefugte auszuschließen. Doch nicht immer sind diesbezügliche Schadenersatzforderungen des Vermieters mit dem Gesetz zu vereinbaren.

Austausch der Schließanlage kann sehr teuer werden

Wenn ein Mieter den zur Schließanlage gehörenden Schlüssel verliert, muss er mit Schadenersatzforderungen des Vermieters rechnen, da in dem Fall womöglich zahlreiche Schlüssel und Schließzylinder ausgetauscht werden müssen. Die Kosten für den Austausch der gesamten Schließanlage können hierbei schnell ein paar tausend Euro betragen. Wird man als Mieter jedoch mit einer solchen Forderung konfrontiert, sollte man nicht gleich zahlen, sondern sich informieren, ob diese wirklich rechtmäßig ist. Denn ein derartiger Schadenersatzanspruch setzt voraus, dass der Vermieter die Schließanlage auch tatsächlich ausgetauscht hat. Solange dies nicht passiert ist, hat der Vermieter keinen Schaden und kann somit auch keinerlei Forderungen stellen.

Schadenersatzforderungen des Vermieters

Nicht jeder verlorene Schlüssel, der Teil einer Schließanlage ist, führt automatisch zu derart hohen Schadenersatzansprüchen des Vermieters. Eine weitere Voraussetzung ist nämlich, dass ein fahrlässiges Verhalten vonseiten des Mieters zum Schlüsselverlust geführt hat und eine tatsächlich bestehende Missbrauchsgefahr besteht. Kommt es beispielsweise vor, dass dem Mieter die Tasche samt Schlüssel gestohlen wurde, trifft ihn keine Schuld. Nehmen wir nun an, dass der Schlüssel in einen See gefallen ist, wobei ein Finder mit dem verlorenen Schlüssel nichts anfangen kann, da er diesen zu keinem Haus oder keiner Wohnung zuordnen kann , entfallen die Schadenersatzforderungen des Vermieters ebenso. Ausschlaggebend ist in jedem Fall, dass keine Missbrauchsgefahr besteht. Vertragsklauseln, nach denen ein Mieter unabhängig von einem Verschulden für einen Schlüsselverlust haftbar gemacht wird, sind übrigens unwirksam.

Schlüsselversicherung: auf Nummer sicher gehen

Um bei Verlust des Schlüssels Ärger und die damit verbundenen, enormen Kosten von vornherein auszuschließen, ist es ratsam, eine private Haftpflichtversicherung mit einer Schlüsselpolice abzuschließen. Private Schlüssel sind in der Privathaftpflicht oft enthalten, dienstliche Schlüssel aber selten. Es stellt aber in der Regel kein Problem dar, den Versicherungsschutz für diesen Fall auszuweiten. Es zahlt sich somit aus, in puncto Haftpflichtversicherung zu überprüfen, ob der Versicherungsschutz bei Schlüsselverlust greift. Doch es sollte im Auge behalten werden, dass die Schlüsselversicherung die Kosten nur dann übernimmt, wenn dem Versicherten kein Vorsatz nachgewiesen werden kann.

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